Sportjournalismus im Wandel der Zeit

Vor beinahe 40 Jahren hatte Peter Birrer als Sportjournalist einige Privilegien, die in der heutigen Zeit nicht mehr vorstellbar sind. So wurden ihm zum Beispiel zur Vorbereitung auf eine Fussball-Berichterstattung die Mannschaftslisten mit den persönlichen Telefonnummern der Spieler übergeben. Der Kontakt zu Spielern und Trainern war direkter und unkompliziert. Journalisten hatten zum Beispiel die persönliche Telefonnummer zum Nationaltrainer Köbi Kuhn, oder bis 2007 waren jeweils sämtliche Nationalspieler vor dem Spiel an der Pressekonferenz anwesend.   Einmal schrieb Peter Birrer einen Bericht über die Tätigkeit des Schweizer Spitzenschiedsrichters Kurt Röthlisberger. Er durfte ihn dazu problemlos an ein internationales Spiel im Ausland eng begleiten und erhielt als spontan eingesetzter 4. Schiedsrichter nächsten Einblick in dessen Tätigkeit. Ein Gegenlesen vor der Veröffentlichung eines Textes war damals noch nicht üblich.

Der FC Luzern war mit seinen Hochs und Tiefs stets ein journalistisches Highlight. 

Nicht so einfach wie der Zugang zu den Sportlern war früher die Übermittlung von Texten. Die Telefonanschlüsse waren rar, hohe Telefonrechnungen waren bei der grossen Konkurrenz unter den Medien kein Problem. Mit der Digitalisierung veränderte sich die Tätigkeit an der Front sehr.

Immer schneller, immer kürzer, immer mehr online, ist die Devise.  Der Beruf des Sportjournalisten hat sich entsprechend stark verändert und sicher auch an Attraktivität verloren.

Heute hat sich Peter Birrer vom Sportjournalismus etwas zurückgezogen und schreibt vermehrt Reportagen und Portraits über Patienten und Angestellte vom Schweizerischen Paraplegiker Zentrum Nottwil.

Urs Grüter

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